Symbol

Klettern

Die Kampenwand ist der bedeutendste Kletterberg der Chiemgauer Alpen.
Da die klassischen Routen sehr gut abgesichert sind und der Zustieg bei Benutzung der Kampenwandbahn sehr kurz ist, hat das Gebiet den Charakter eines alpinen Klettergartens. Die Überschreitung des gesamten Kammes vom Westgipfel über Gmelch- und Teufelsturm zum Hauptgipfel ist eine klassische Tour für Einsteiger im Felsklettern. Der III. und IV. Grad wird nur stellenweise erreicht, dazwischen gibt es auch viel Gehgelände und einfache Kletterei (I-II).

Aber die Kampenwand hat viel mehr zu bieten. Meine Favoriten sind die Routen an den Südwänden von West- und Hauptgipfel im Schwierigkeitsbereich IV-VI. Diese Routen sind perfekt mit stabilen DAV-Ringbohrhaken abgesichert. Falls erforderlich und andere Seilschaften nicht gefährdet werden, kann man im Rückzug an den stabilen Bohrhaken auch über die Routen abseilen.

Zustieg

Von der Bergstation der Kampenwandbahn zunächst auf dem gut ausgebauten Wanderweg Richtung Steinlingalm, dann rechts ab, an der Kampenwandhütte (Selbstversorgerhütte der DAVS München) vorbei und auf dem schmalen Steig aber unschwierig durch dichte Latschen direkt auf den Westgrat des Westgipfels zu. Nach Süden hat man freie Sicht auf das Kaisergebirge, rechts davor schiebt sich der Geigelstein. Dort Einstieg der Überschreitung, des Hansenrisses und des Torwegs. Zu den anderen Routen gelangt man über den Südwandsteig. Von der Bergstation zum Einstieg der Überschreitung etwa 20 Minuten, zu den Einstigen an der Südwand des Westgipfels etwa 15 Minuten länger, weitere 15 Minuten bis zu den Einstiegen am Hauptgipfel. Diese erreicht man praktisch ebenso schnell, wenn auf der Nordseite dem guten Weg bis zur Steilingalm folgt und über die Schlechinger Scharte auf die Südseite herüberwechselt.

Abstieg

Man kann an verschiedensten Stellen abseilen oder absteigen.

Beste Jahreszeit

Die Kampenwand kann man praktisch ganzjährig beklettern. An heißen Hochsommertagen sollte man allerdings die Südwände meiden und vielleicht auf die schönen Nordwandrouten an der Hörndlwand ausweichen. Dagegen sind die Südwandrouten perfekt für Frühjahr und Herbst. Die Wände dürften wohl generell schneefrei bleiben, abgesehen von ein wenig Schnee auf den Bändern. Der Zustieg über den Südwandsteig kann - insbesondere im ersten Stück unterhalb des Westgipfels - bei Schnee auf den steilen Schrofen etwas heikel sein. Alternativ kann man die Einstiege zu den Routen an der Südwand des Hauptgipfels auch von Osten, über die Schlechinger Scharte, erreichen. Von der Steinlingalm hoch zur Schlechinger Scharte und auf der Südseite zunächst links (nach Osten) auf den Schlechinger Schartenturm zu und auf dem Steig (kurze Stellen I) im Bogen hinunter. Die weitere Querung auf der Südseite zu den Einstiegen ist auch bei Schneelage unproblematisch.

Führer

Zebhauser, AVF Chiemgauer Alpen, Rother, 1988

Eysell/Kolling/Ringmann: Topo-Führer Bayerische Voralpen, Lochner-Verlag, 3. Auflage 2000

Höfler, Horst: Klettern in den Nördlichen Kalkalpen

Routenbeschreibungen im Web:

www.steinmandl.de